Prostatavergrößerung
Die Prostata ist eine etwa kastaniengroße Drüse beim Mann, die direkt
hinter der Harnblase sitzt. Die Harnröhre verläuft durch sie hindurch, womit
jede Vergrößerung der Prostata potentiell eine Einschnürung der Harnröhre
mit sich bringen kann. Potentiell kann sich die Prostata um den Faktor fünf
vergrößern. Gutartige Vergrößerungen treten meist im Alter um 60 Jahre auf.
Bösartige meist in mittleren Jahren, ab 45 sollten Männer zu einer
regelmäßigen Prostatauntersuchung gehen. Prostatakrebs tritt vor dem 50.
Lebensjahr zwar sehr selten auf, meist unter 0,1%, bei über 75jährigen
Männern allerdings bei über 7%. Insgesamt macht das Prostatakarzinom bei
Männern ungefähr ein Viertel aller Krebserkrankungen aus.
Verschiedene Medikamente, wie etwa Antidepressiva, können eine durch eine
vergrößerte Prostata im Abfluss gehinderte Harnröhre in ihrem Effekt
verstärken. Wenn dann Restharn in der Blase verbleibt, können
Harnwegsinfektionen und Blasensteine drohen. Bei einer Totalblockade des
Harnabflusses droht sogar Nierenschädigung. Bleibt eine Harnstauung länger
bestehen, kann es zu einer Überlaufinkontinenz kommen, d.h. ein nicht mehr
steuerbares unvermitteltes Wasserlassen.
Prostatakarzinom
Fast 60 Prozent der Männer über 80 Jahren sind von einem Prostatakarzinom
betroffen, in den meisten Fällen allerdings die harmlose Variante, die nicht
zum Tod führt. Das Immunsystem erkennt und kontrolliert im Normalfall
veränderte Zellen und beseitigt sie. Tumorzellen entwickeln jedoch
Mechanismen, mit denen sie sich dieser Kontrolle durch das Immunsystem
entziehen können. In diesem Fall teilen sie sich ungebremst und
vermehren sich unkontrolliert.
Eine PSA-Wert-Messung ist in diesem Fall angesagt, hat aber bekanntlich
keine endgültige Aussagekraft. Auch gutartige Tumore können den PSA-Wert
erhöhen. Falls der PSA-Wert über 4 ng/ml liegt, sollten weitere Tests
erfolgen (z.B. Tastbefunde durch Urologen).
Ein Prostatakarzinom ist der häufigste Krebs bei Männern. Gerade bei
jüngeren Männern ist das Prostatakarzinom ein sehr gefährliches und
aggressives Krebsgeschehen, bei älteren dagegen tritt oft eine mildere Form
auf, mit der man sogar alt werden kann. Wie aktiv ein Prostatakarzinom ist,
wird normalerweise durch Gewebeproben getestet. Danach werden Entscheidungen
über verschiedene Therapien getroffen.
Vermieden werden muss auf jeden Fall ein Streuen des Krebses, dies würde
eine erhebliche Verschlechterung der Prognose bedeuten.
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