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Kefir
Während Joghurt in reiner Bakterienfermentation entsteht, ist Kefir
ein fermentiertes Milchgetränk, das in einer Art Zusammenarbeit
zwischen Bakterien und Hefen hergestellt wird. Die beteiligten
Hefearten sind vor allem Saccharomyces cerevisiae, Candida utilis,
Kluyveromyces marxanianus ( Candida kefir) und Sacharomyces
unisorus. Auch andere Candidaspezies (friedrichii, firmetaria,
famata, humilis, inconspicua, sphaerica, crusei, maris) wurden
nachgewiesen. Bis zu 34 verschiedene Hefestämme wurden insgesamt
gefunden (Kluyveromyces, Saccharomyces und Candida). Das Bakterium
Lactobacillus kefiri, das ausschliesslich in Kefir vorkommt, kann den
Darm tatsächlich besiedeln wie Studien zeigten, während die meisten
Joghurt-Bakterien nur transient sind (durchreisen). Anders ist dies
nur bei Joghurts mit zugesetzten lebenden Kulturen wie Bifidobakterien
oder Lactobacillus acidophilus.
Joghurt
Anders als Kefir wird Joghurt normalerweise durch Bakterien
hergestellt. Zur Joghurtherstellung dienen die beiden Bakterienstämme
Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus und
Streptococcus thermophilus. Sie helfen sich gegenseitig bei der
Herstellung von Joghurt bis beide ein stabiles Gleichgewicht erreichen.
Sie wandeln gemeinsam die Laktose - also den Milchzucker - in Milchsäure
um. Hierzu wird die Milch auf 42°-44° C erwärmt.
Streptococcus thermophilus wächst in der neutralen,
sauerstoffreichen Umgebung der Milch besser als Lactobacillus
delbrueckii subsp. bulgaricus. Es wächst daher zuerst und schafft
dabei Verbindungen, die Voraussetzung für das Wachstum des Bakteriums
L. bulgaricus schaffen. Jetzt übernimmt L. bulgaricus die
Führung, indem es die in Milch vorhandenen Proteine in Aminosäuren
aufspaltet. So kann wiederum das andere Bakterium, S. thermophilus,
die Nährstoffe einfacher sammeln, die für das weitere Wachstum benötigt
werden.
Kasein verklumpt bei diesem Vorgang, wodurch sich die Konsistenz der
Milch verändert, die Milch wird dicklicher: Joghurt entsteht. Andere
Bakterien, die eventuell die Milch verderben würden, werden bei diesem
Vorgang gezielt unterdrückt. 2,5 bis 3 Stunden dauert der Vorgang der
Joghurtherstellung, bis ein pH-Wert von 4,8-4,6 erreicht ist. Die weitere Fermentierung wird dann einfach
durch niedrigere Temperaturen gestoppt.
Beim Kauf sollte man auf Hinweise auf dem Etikett wie „lebende
Kulturen“ und auf konkret aufgeführte probiotische Stämme, etwa
Lactobacillus acidophilus oder Lactobacillus casei oder Bifidobacterium achten.
Naturjoghurt, Biojoghurt und griechischer Joghurt sind nicht automatisch probiotisch. Joghurte, die nach der Fermentation erhitzt wurden, enthalten in der Regel
keine lebenden Kulturen mehr.
Kefir oder Joghurt: Fazit
Trotz aller scheinbaren Vorteile von Kefir vor Joghurt: Solange die
grundsätzliche Gefährlichkeit/Ungefährlichkeit der Candida-Spezies in
Kefir nicht geklärt ist, sollte man Joghurt vorziehen und Kefir meiden bis
neuere Studien hier eine grundsätzliche Klärung bringen.
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